coronawoche3

Tag 21

Ich schnappe irgendwo einen O-Ton auf, in dem die Kanzlerin ankündigt, dass wir alle und vor allem ältere Menschen bei unserem aktuellen distanzierten Kontaktverhalten bleiben müssen, bis es eine Impfung gebe.
Zum ersten Mal regt sich Widerstand in mir. Der Logik, dass die Menschen in Deutschland mithelfen sollen, dass sich das unausweichliche Infektionsgeschehen so verlangsamt, dass die Kliniken in Sachen Intensivpflege nicht überlastet werden, konnte ich folgen.
Der Sinn für Eigennutz eines weißen alten Mannes hilft mir. Wenn es bei mir soweit ist, möchte ich auch ein Beatmungsgerät bekommen.
Aber dieses Leben weiter, bis es einen Impfstoff gibt?
Dieser Art von eindimensional linear denkender „Natur“wissenschaftlichkeit sträube ich mich zu folgen. Wir sollen mit domestiziertem Abstands-Verhalten weitermachen, bis Mediziner das Virus „besiegen“? Was vielleicht in einem Jahr der Fall sein wird? Uns selbst beschränken auf der Basis von verengtem Ursache-Wirkung-Lösung-Denken? Nach dem Verfahren: Wenn ich schwitze, nehme ich Deo. Wenn es kein Deo mehr gibt, sorge ich dafür, dass ich nicht mehr schwitze. Oder mich keine/r mehr riecht.
Ich frage mich, wie lange ich das wohl mitmache. Und frage mich, ob es richtig war, das bisher so brav mitgemacht zu haben. Und frage mich, ob wohl dann ältere Menschen zur Impfung verpflichtet werden? Und fange an, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass ich vielleicht irgendwann das Risiko eingehen will, schwer krank zu werden. Und tröste mich mit dem Gedanken, dass ich ja immer in dem Risiko gelebt habe. Ich konnte es nur leichter verdrängen. Ja, es gibt die Möglichkeit, an der durch diesen Virus ausgelösten Krankheit zu sterben. Andererseits: Es gab schon viele  Möglichkeiten zu sterben in meinem bisherigen Leben. An manche kann ich mich erinnern. Von anderen weiß ich gar nichts. Das ich jetzt zusammen mit Millionen anderer auf der Welt täglich Tote zähle, macht das allein schon wahrscheinlicher, dass auch ich demnächst dran bin? Und bin ich das nicht sowieso?
Und wenn ja, – wie will ich bis dahin leben?

Tag 20

Auf unserer täglichen Waldstrecke liegen auch drei Stationen eines alter Kreuzwegs. Die Liebste neckt mich. Sie wisse nicht, ob sie es zulassen könne, dass ich als Katholik den Kreuzweg in diesen denkwürdigen Tagen der Passion noch immer nicht gegangen bin.

Tag 19

Fast-Sommer-Frühling im Wald

Frisches Grün im Frühling

Frühling fast wie Sommer

Tag 18

Mein Clip bringt es innerhalb von nun 3 Tagen auf sagenhafte 270 Clicks. Die alte und die neue Version zusammengerechnet. Ziemlich dürftig, angesichts meiner Hoffnung, dass ich einen Internet-Hit lande. In Deutschland und in Italien. Warum kann mir nicht mal so eine amerikanische Tellerwäscher-Story gelingen? Wenigstens ein bisschen.
Mir droht ein ziemlicher Kater.

Tag 17

Studio at home

Den Kopf heben

Nach tagelanger freiwilliger Verengung auf das Viereckige, das Tastengeklapper, das Klicken, die winzige Kammer des www: Kopf heben.

Wald Lichtung Hochsitz

Moos? Ein Virus? Hat Corona etwa den Sprung Mensch – Pflanze geschafft?

 

Tag 16

Youtube-Falle

Böse Falle. Zwei Menschen haben mich darauf aufmerksam gemacht, dass der Hall hinter meiner Stimme in dem Italien-Clip ziemlich merkwürdig klingt. Das beunruhigt mich. Schließlich entscheide ich mich, den Clip nochmal zu ändern. Die Änderungen in den Ursprungsdateien geht schnell.
Ich rufe, als ich fertig bin, Youtube wieder auf. Diesmal vielleicht ein wenig zu eilig, weil ich eigentlich keine Lust zu dieser Art von Beschäftigung habe. Ich werde kurz und relativ unscheinbar darauf aufmerksam gemacht, dass ich das alte Video nicht austauschen, sondern nur einen neuen Link kreieren kann, und dass man diesen Vorgang auch nicht rückgängig machen kann. Ich klicke auf „weiter“. Und erst danach wird mir klar, was ich mir besser davor bewusst gemacht hätte. Und dann möchte ich es rückgängig machen. Und glotze ungläubig auf den Bildschirm. Und weiß: Die ohnehin schon nicht übertrieben vielen Menschen, die den Link zu meinem Video geteilt haben, oder das Video einfach noch einmal sehen wollen, laufen selbst ins Leere und schicken andere dahin. Ich muss also die Social-Media-Rosskur nochmal machen und die Welt darauf hinweisen, dass ich ein Youtube-Analphabet bin.

Tag 15

Italia, solo per te

5 Tage in Quarantäne in der Quarantäne.
Aus einer Idee ist ein ausgewachsenes Lied geworden.
Und ein Videoclip:

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Solo per te

(Aprile 2020, parole + musica: M.Gehrigk)

No parlo l’italiano molto bene
Le mie Parole non sono molto eleganti
Ma non e importante perché
Cio che voglio dire, dice il mio cuore invece di me

Ho cantato per gli amici di tempo in tempo
Ho cantato particularmente per I miei figli volentieri
Ho cantato qualche volta nella vasca da bagno
O nella doccia molto forte, sempre solo per me

Ma oggi, bella Italia, oggi canto solo per te
Italia, Italia, Italia, – questo è per te

Ho pregato quando ero giovanno per una nuova bicicletta
Ho pregato, che l’amore mio me esaudi
Ho pianto, quando l’amore terminava
Ho pianto, quando mio fratello moriva

Ma oggi, bella Italia, oggi prego e piango solo per te
Italia, Italia, Italia, – questo è per te

La tua gente, il tuo paesaggio, le tue città
Mi hanno regalato cotanti momenti di felicità
Molto volentiere voglio rimandare qualcosa a te

E oggi, bella Italia, oggi Rimando questa canzone a te
Italia, Italia, Italia, – questo è per te